18 km Arbeitsweg: Lohnt sich ein E-Bike im echten Alltag?

Eine 18 Kilometer Fahrt mit dem E-Bike klingt erstmal überschaubar. Bis du sie selber jeden Tag, bei Regen, Wind oder Schnee fahren musst. Morgens unter Zeitdruck, abends von der Arbeit müde die gleiche Strecke zurück. Die Frage hier ist nicht „Geht das irgendwie?“ denn die Antwort darauf würde fast immer „ja“ lauten. Die entscheidende Frage also lautet „Ist das in meinem Alltag langfristig eine gute Lösung?“ Da du diesen Artikel gefunden hast, wirst du dir diese Frage bereits gestellt haben.

Kann ein E-Bike deinen Arbeitsweg besser machen als Auto oder ÖPNV?

Ich gebe Dir mit diesem Artikel kein technische Bewertung, sondern eine Entscheidungshilfe auf Basis von Fakten und eigenen Erfahrungen. Denn 18 Kilometer ist mein täglicher Weg zur Arbeit und ich fahre ihn wann immer es geht mit dem E-Bike. Hier erzähle ich dir warum.

Wenn ich mit dem Auto fahre… benötige ich je nach Tageszeit zwischen 35-70 Minuten pro Strecke. Die meiste Zeit davon stehe ich im Stau oder schleiche im zäh fließende Berufsverkehr von einer Baustelle zur nächsten. Am Ziel angekommen beginnt die Parkplatzsuche. Natürlich muss ich dann auch noch für das Parken zahlen. Zusammen mit den Betriebskosten Benzin, Diesel oder Strom, Steuern und Versicherung, Unterhaltung und Reparaturen kommt da schon einiges zusammen. Zudem werden die Kosten regelmäßig teurer.

Wenn ich mit dem ÖPNV fahre… benötige ich in der Regel 75-90 Minuten. Davon rund 15 Minuten Fußmarsch und weitere 15 Minuten Wartezeit auf Bus und Bahn. Beides zum Berufsverkehr meist hoffnungslos überfüllt. Regelmäßig fallen Bahnen – zumindest in Berlin – aus oder werden durch Schienenersatzverkehr bedient. Dann dauert es oft noch länger. Auch die Kosten für die Fahrten sind schon lange nicht mehr günstig und steigen stetig an.

Wenn ich mit dem E-Bike fahre… benötige ich maximal 60 Minuten. Diese konstante Fahrzeit ist im morgendlichen Ablauf gut planbar und ohne Überraschungen durch die nächste Baustelle, Unfall, Vollsperrung. Auch die Parkplatzsuche entfällt, was die Zeit von Zuhause bis zur Arbeitsstelle nochmal positiv beeinflußt. Natürlich bringt auch ein E-Bike  Kosten mit sich. Anschaffungspreis, regelmäßige Wartungen und Austausch von Verschleißteilen wie Bremsbeläge, Ketten, Kassetten oder Reifen. Aber im Gegensatz zum Auto sind die Kosten überschaubar.

Jetzt kommen wir nochmal zu der 18 Kilometer Hürde. Und hier können wir auch fragen:

20 Kilometer Arbeitsweg: Lohnt sich ein E-Bike im echten Alltag?

30 Kilometer Arbeitsweg: Lohnt sich ein E-Bike im echten Alltag? oder aber auch

5 Kilometer Arbeitsweg: Lohnt sich ein E-Bike im echten Alltag?

Es bleiben immer die Vorteile der Kostenersparnis, der zeitlichen Planbarkeit, der Flexibilität im Vergleich zum ÖPNV und trotz E-Bike kommt noch der Fitness-Faktor dazu. Zudem kann man die Fahrt auch recht entspannt gestalten, denn gerade mit einem E-Bike lässt sich die Anstrengung bei relativ gleichbleibendem Fahrtempo gut dosieren, was ein echter Vorteil ist, da sich somit auch der Schweiß in Grenzen hält und man nicht unbedingt eine Dusche auf der Arbeitsstelle benötigt.

Aber natürlich gibt es auch Nachteile wie längere Fahrtzeit pro Strecken in den Nebenzeit, wo der Stau auf der Straße noch nicht begonnen hat oder bereits beendet ist. Mitunter fehlende oder schlechte Radwege, unsichere Abstellmöglichkeiten und trotzt E-Bike Komfort muss man natürlich trotzdem die Anstrengung hier mit aufzählen. Diese ist gerade in den ersten Tagen deutlich in Beinen und auch im Hintern spürbar.

Bleibt noch das Wetter.

Was im Frühjahr und im Spätsommer mit milden Temperaturen und sonnigen Fahrten gerne romantisiert wird, kann im Hochsommer mit 30 Grad plus schon weniger angenehm sein. Kommt dann noch ein Platzregen oder Gewitter dazu, ist es auch nicht schön. Ebensowenig im trüben Herbst mit ordentlich Gegenwind und natürlich im Winter bei Eis, Schnee und Temperaturen die schon sehr unangenehm sein können.

In vielen Fällen jedoch gilt der tatsächlich der Leitsatz: „Es gibt kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung.“ Für den Sommer leichte Funktionsbekleidung, bei Nässe Regenkombis, für Wind und Kälte gibt es echt warme Fahrradbekleidung. Einzig bei Glatteis und größeren Schneemengen wird es gefährlich. Hier lasse ich mein Fahrrad meisten stehen und nehme eine der oben genannten Alternativen in Anspruch.

Ich hoffe ich konnte deine Frage, die dich hierher geführt hat beantworten. Oder dich in deiner Entscheidung für das E-Bike bestärken. Es funktioniert nicht für alle aber in vielen Fällen ist das Fahrrad die bessere Wahl. Für dich, deine Mitmenschen, die Natur und den Geldbeutel.